Verfahren zur Konfliktlösung

Der dritte Donnerstag im Oktober ist der Internationale Tag der Konfliktlösung (Conflict Resolution Day). Er wurde 2005 von der Association for Conflict Resolution in den USA ins Leben gerufen, um das öffentliche Bewusstsein für kreative und friedliche Wege der Konfliktlösung zu stärken. Ein guter Anlass, die verschiedenen Verfahren zu beleuchten, die mit externer Unterstützung durchgeführt werden.

Über Mediation und Konfliktberatung habe ich schon ausführliche Blogposts verfasst. Darum folgt hier nur eine kleine Erinnerung. In diesem Zusammenhang ist auch der Post Ab wann ist für dich ein Konflikt ein Konflikt interessant.

Bei einer Mediation spricht ein:e Mediator:in mit allen Konfliktparteien über den oder die Konflikte. Es werden Hintergründe und Bedürfnisse aufgedeckt. Der:Die Mediator:in führt die Konfliktparteien durch den Prozess, welcher mit einer gemeinsam erarbeiteten Lösung endet. Der:Die Mediator:in macht keinerlei aktive oder verbindliche Vorschläge. Eine Mediation geht in der Regel über mehrere Termine von 1,5-2 Stunden, verteilt auf mehrere Wochen.

Bei einer Konfliktberatung ist nur eine Konfliktpartei anwesend. Der:Die Mediator:in verhilft der Person, sich selber Klarheit über den Konflikt und die eigenen Hintergründe zu verschaffen. Am Ende steht das Ziel, dass die Partei für sich passende nächste Schritte entwickelt hat. Die Konfliktberatung kann 1-2 Stunden dauern. Meist reicht ein Termin.

Was gibt es noch?

Retrospektiven, kurz Retros, werden häufig im Arbeitskontext zur Klärung der Zusammenarbeit in Teams eingesetzt. Sie ähneln im Ablauf grob einer Mediation sind jedoch wesentlich kürzer. Hinzukommt, dass die Bereitschaft, im Team tiefer in Emotionen und persönliche Hintergründe einzutauchen, eher gering ist. So werden meist die Hürden der operativen Zusammenarbeit aufgearbeitet und Lösungen dafür gefunden.

Zusätzlich wird ein Blick darauf geworfen, was gut läuft. Eine Perspektive, die für den Zusammenhalt des Teams wichtig ist. Daraus lassen sich auch Ansätze für die Lösung der schlechtlaufenden Themen ableiten.

Tauchen tiefer sitzende Konflikte zwischen einzelnen Teammitgliedern auf, sollten diese separat bearbeitet werden.

Die Dauer einer Retro hängt stark von der Frequenz und der Größe des Teams ab. Wenn zum Beispiel ein Team von sechs Personen einmal im Monat eine Retro macht, können 1-1,5 Stunden je Termin ausreichen.

Bei Konfliktklärung, auch Klärungshilfe, steht die Aufarbeitung tiefliegender Konflikte im Vordergrund. Die Konfliktgeschichte wird ausführlich betrachtet und schwierige Gefühle von der:dem Mediator:in klar benannt. Ziel ist, dass die Konfliktparteien wieder in der Lage sind, aufeinander zuzugehen und miteinander zu arbeiten. Dabei können Lösungen oder Abmachungen herauskommen. Das Ergebnis kann jedoch auch sein, dass die Parteien aufgrund des besseren gegenseitigen Verständnisses einen anderen Umgang miteinander finden und wieder besser zusammenarbeiten.

Eine Konfliktklärung findet am Stück an 1,5 bis 2 Tagen statt.

Bei einer Schlichtung unterbreitet ein:e Schlichter:in nach den Gesprächen mit allen Parteien einen Vorschlag zur Einigung. Die Parteien können diesen annehmen, müssen dies aber nicht tun.

Bei einem Schiedsverfahren übernimmt ein:e Schiedsrichter:in die Klärung des Sachverhalts und entscheidet rechtsverbindlich für die Konfliktparteien. Es wird häufig bei internationalen Streitigkeiten z. B. zwischen Unternehmen eingesetzt, weil die Urteile im Gegensatz zu denen staatlicher Gerichte einfacher zu vollstrecken sind. Hintergrund ist ein Abkommen, dem viele Staaten in den 1950er Jahren beigetreten sind.

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